Originaltitel: Knocked Up, USA 2007
Regie: Judd Apatow
Darsteller: Jonah Hill, Leslie Mann, Katherine Heigl, Paul Rudd, Seth Rogen, Timothy Bagley, Jay Baruchel, Melinda Bennett, Brianna Brown
Länge: 129 Min., FSK: ab 12, Kinostart: 23.08.2007
Manche Männer wollen einfach nicht erwachsen werden. Dann stellen sie sich Plastikfiguren von Aquaman oder Hellboy in die Wohnung und behaupten, die seien unter Sammlern ein Vermögen wert. So wie Andy alias Steve Carell in der Komödie „Jungfrau (40), männlich, sucht …“. Oder sie leben mit ihren Kumpels in einer WG, sind ständig bekifft und versuchen nebenbei, aus einer dämlichen Idee ein cooles Start-up-Unternehmen zu machen. So wie Ben alias Seth Rogen in „Beim ersten Mal“.
Es ist kein Zufall, dass Andy und Ben Brüder im Geiste sind: Regisseur und Drehbuchautor beider Filme ist Judd Apatow. Der ist 37 Jahre alt, sieht trotz Vollbart aus wie ein großer Junge, und man kann davon ausgehen, dass er sich seinen Protagoisten nahe fühlt. Darum beginnt seine neue Komödie „Beim ersten Mal“ mit einem Knall, den jeder Mann als Super-GAU empfinden muss: einer Schwangerschaft nach einem One-Night-Stand. Manchmal müssen Männer eben doch erwachsen werden
Nüchtern betrachtet hätte der liebenswerte Loser bei Alison (Katherine Heigl) wohl nicht den Hauch einer Chance. Doch an diesem Abend feiert die hübsche TV-Aufnahmeleiterin ihre Beförderung zur Moderatorin mit vielen Drinks. Ben kann sie mit seinem unbeholfenen Charme um den Finger wickeln, und so landen die beiden unverhofft im Bett.
Am nächsten Morgen folgt ein verkrampftes Frühstück mit der üblichen „Ich ruf dich an“-Routine. Doch Alison meldet sich tatsächlich bei Ben – acht Wochen und etliche Schwangerschaftstests später. Gegen alle Vernunft beschließen die beiden, es dem Baby zuliebe miteinander zu versuchen. Und damit beginnen die Probleme des ungleichen Paares – von der Auswahl des passenden
Gynäkologen bis zur Frage, in welcher Stellung man in der Schwangerschaft eigentlich Sex hat … Natürlich trumpft „Beim ersten Mal“ mit einem deftigen Gagfeuerwerk auf. Aber die große Stärke dieser klugen Komödie sind die leisen, schmerzhaft lebensnahen Zwischentöne. Wenn die Karrierefrau Alison anfangs von Panik getrieben und später von hormonellen Schüben überwältigt wird und der knuffige Kindskopf Ben sich heillos überfordert fühlt, weil er Verantwortung übernehmen muss, finden sich darin sowohl Frauen als auch Männer wieder. In solchen Momenten ist „Beim ersten Mal“ ein Spiegel für alle, die schon mal in einer ernsthaften Beziehung gelebt haben. Die Balance aus hemmungslosen Albernheiten und tieferen Wahrheiten über das Verhältnis der Geschlechter macht den Charme dieser Romanze aus. Mit ihren unfreiwilligen Helden können Männer und Frauen gleichermaßen leiden und lachen. Auch wenn am Ende eine ernüchternde Erkenntnis steht: Manchmal müssen Männer eben doch erwachsen werden.
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